"Gibt es eine intelligentere Möglichkeit (Anm.: smarter ways) die Arbeitskraft der beamteten Telekom-Mitarbeiter zu nutzen, als ihnen nur zu gestatten daheim zu sitzen", fragt ein Analyst Ende Jänner 2009 beim Capital Market Day der Telekom Austria.
Finanzchef Gernot Schieszler setzt sich mit seiner Antwort ein blamables Denkmal: Wer den Golden Handshake der Telekom ablehnt, werde für sechs bis acht Wochen nach Hause geschickt. Im Februar werde man die Mitarbeiter anrufen und sie tageweise in die Arbeit rufen - dann werden die Mitarbeiter krank ("and then the people will get ill on the telephone"). Anschließend werde ein Arzt kommen und feststellen, dass sie nicht krank sind. In der Folge werde gerichtlich gegen die Mitarbeiter vorgegangen. Das werde dazu führen, dass einige Leute den Golden Handshake annehmen werden, gab Schieszler Einblick in die Mitarbeiterführung seines Unternehmens.
Wie war nochmals die Frage an den Finanzvorstand? "Gibt es eine INTELLIGENTERE Möglichkeit ..."
Ein Video-Mitschnitt findet sich auf Youtube. Wohl verärgerte Mitarbeiter haben den Film dieser Tage veröffentlicht. Das Video sei von Telekom-Homepage entfernt worden, heißt es darin und die Telekom betreibe systematisches Mobbing.
Knapp 28.000 Mal wurde der Auftritt Schieszlers mit Stand heute Vormittag angeklickt, sicher auch von vielen Kunden. Am Abend zeigte Youtube knapp 68.000 Hits. Das Video ist gefrag! Wut und Verzweiflung über beamtete Mitarbeiter ist nachvollziehbar, aber der Führungsstil ...
"Mitarbeiter, Kunden, Journalisten, Behörden, die Politik sollen möglichst gut über uns informiert sein", stand heute auf der Konzern-Website zu lesen. Und "transparente Kommunikation" wurde gepriesen. Dann wird dieses Posting sicher helfen.
Bei der heutigen Bilanzpressekonferenz mußte sich Telekomchef Boris Nemsic für den Finanzvorstand entschuldigen. Die Personalagenden wurden Schieszler entzogen.
Die Affäre ist irgendwie traurig, denn die Telekom Austria ist ein innovativer Konzern mit hoher Kundenorientierung und einem beeindruckenden CSR-Programm.
Mittwoch, 25. Februar 2009
Blamabler Führungsstil bei Telekom Austria
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen